Löwen-Stürmer Cristian Leone (li.) erzielte gegen Gundelfingen seinen 15. Saisontreffer und traf einmal Aluminium. Foto: Joachim Mentel
Durch die 2:4-Niederlage beim FC Gundelfingen darf sich die Löwen-U21 in den verbleibenden beiden Partien keinen Ausrutscher mehr leisten. Nach der frühen Führung durch David Spitzert (3.) drehten die Sechzger durch Tore von Loris Husic (25.) und Christian Leone die Partie (30.). Ein Doppelschlag von Yannick Maurer (48. und 52.) und ein Treffer von Dario Nikolic (72.) besiegelten die Niederlage.
Die Gastgeber gingen gleich mit der ersten Offensivaktion in Führung. Alexander Benede hatte unglücklich an der Strafraumkante den Ball zu David Spitzert abgewehrt, der drehte sich dann, verfolgt von dem 1860-Innenverteidiger, einmal um die eigene Achse, schloss dann aus zwölf Metern mit rechts ab und traf genau ins rechte untere Eck zum 1:0 (3.). Alles andere als ein optimaler Beginn für den Tabellenführer, der sich aber unbeeindruckt zeigte. Nach einer Hereingabe von links durch Finn Fuchs köpfte der eingelaufene Cristian Leone am langen Eck den Ball von der Fünfmeterkante an den rechten Pfosten (6.). Nach Zuspiel von Sandro Porta kam Fuchs halblinks aus 16 Metern zum Abschluss, sein Schuss ging nur knapp übers kurze Kreuzeck (13.). Die Sechzger machten Druck, wollten unbedingt schnell den Ausgleich erzielten. Im Anschluss an eine Ecke von links spielte Fuchs kurz vorm Fünfmeterraum Leone halbhoch an, der nahm den Ball mit dem Rücken zum Tor direkt aus der Luft, doch Gundelfingens Keeper Andreas von Mücke parierte den Abschluss (15.). In der 25. Minute fiel der hochverdiente Ausgleich. Eine Ecke von links durch Sandro Porta faustete von Mücke nach hinten weg, Luis Pereira de Azambuja flankte die Kugel an den linken Pfosten, wo Samuel Althaus sie fast von der Grundlinie mit dem Kopf nach innen verlängerte, dort war der eingelaufene Loris Husic zur Stelle, köpfte den Aufsetzer aus drei Metern über die Linie zum 1:1. In einen ungewollten Rückpass von Yannick Maurer sprintete Pereira de Azambuja, erreichte die Kugel vor Leon Sailer und dem FCG-Torwart, war aber dabei zu weit nach links geraten, so dass der nachsetzende Sailer seinen Schuss aus spitzem Winkel zur Ecke blocken konnte (27.). Besser machte es drei Minuten später Leone. Der Stürmer eroberte vorm Gundelfinger Strafraum den Ball, zog nach links an den beiden Innenverteidigern vorbei, schloss dann halblinks aus elf Metern ab und traf mit links zum 2:1 ins lange Eck (30.). Die kleinen Löwen waren auch weiterhin spielbestimmend. In der 36. Minute traf Husic nur Aluminium. Nach Zuspiel von Althaus schlenzte er die Kugel im Zentrum aus 17 Metern an den rechten Pfosten. Die 2:1-Pausenführung war für die Sechzger hochverdient, hätte bei etwas mehr Glück auch höher ausfallen können.
Wie schon in der 1. Halbzeit verschlief die U21 den Wiederbeginn. Simon Achatz passte in die Tiefe auf den gestarteten Maurer, der im Strafraum in das Zuspiel grätschte, es aus zwölf Metern an Paul Bachmann vorbei zum 2:2 ins Tor bugsierte (48.). Zwei Minuten später hätte Husic wieder die Führung herstellen können. Nach Diagonalflanke von Porta legte Leone rechts am Fünfmetereck zurück ins Zentrum auf den Österreicher, der zog aus 14 Metern direkt ab, schoss aber weit übers FCG-Tor (50.). Das 3:2 gelang auf der anderen Seite den Schwaben, die damit die Begegnung vollkommen auf den Kopf stellten. Wieder war es Maurer. Achatz hatte aus dem linken Halbfeld ans rechte Strafraumeck geflankt, Maurer legte die Kugel mit rechts an Fuchs vorbei in die Mitte, schloss dann mit links direkt aus 17 Metern ab und traf ins lange Eck (52.). Aber es kam noch schlimmer für den Tabellenführer. Nach einer Ecke von Samuel Seibold verlängerte Dario Nikolic die Hereingabe per Kopf zum 4:2 ins Netz (72.). Die jungen Sechzger waren geschockt, konnten in der Schlussphase dem Spiel keine Wende mehr geben und müssen nach der neuerlichen Niederlage um die Meisterschaft in der Bayernliga Süd zittern.
„Das war wieder ein enttäuschendes Ergebnis“, resümierte U21-Coach Alper Kayabunar. „Wir haben einen schlechten Start hingelegt, das wollten wir unbedingt vermeiden. Danach haben wir aber bis zur Pause ein richtig gutes Spiel gemacht, verdient ausgeglichen und das 2:1 geschossen. Eigentlich hätten wir vor der Halbzeit das 3:1 machen müssen. Wir hatten noch zwei, drei gute Situationen und einen Pfostentreffer.“
Während der Pause wurde klar angesprochen, dass man konzentriert in die 2. Halbzeit gehen wolle. „Wieder starten wir schlecht, kassieren relativ schnell den Ausgleich und kurz danach das 2:3. Anschließend hat die Mannschaft alles probiert, aber sich dann durch eine Standardsituation das 2:4 eingefangen. Gundelfingen hat sich in der Schlussphase in jeden Ball reingeworfen. Aufgrund der 2. Halbzeit dann auch verdient das Spiel gewonnen.“
Momentan käme Vieles zusammen. Mit Fabio Wagner, der sich kurzfristig verletzt hatte, Noah Klose, Xaver Kiefersauer, Max Jägerbauer und dem gesperrten Arin Garza seien fünf Spieler nicht dabei gewesen, „die in der Phase, wo es richtig gut lief, von Anfang an gespielt haben und viel Qualität mitbringen. Die fehlen uns extrem. Da müssen nun andere Jungs einspringen und sich auf diesem Niveau weiterentwickeln.“ Es gelte jetzt, das Beste aus der Situation zu machen und herauszuholen. „Wir haben alles immer noch selbst in der Hand. Das nächste Spiel in Nördlingen wird sicher nicht leichter. Darauf müssen wir den Fokus setzen. Wir sind fast über die gesamte Saison auf dem 1. Platz. Es wäre schade, wenn wir zum Ende noch die Tabellenführung hergeben würden.“
STENOGRAMM
U21 Bayernliga Süd, 21. Spieltag, 05.05.2026, 18.30 Uhr
FC 1920 Gundelfingen – TSV 1860 München 4:2 (1:2)
TSV 1860 München
1 Bachmann (Tor) – 33 Fiedler (74., 28 Roithmayr), 20 Hoppe, 24 Benede, 43 Fuchs – 33 Husic, 8 Wach (46., 31 Tekin), 44 Althaus – 17 Leone, 18 Pereira de Azambuja (60., 7 Erdogan), 30 Porta (66., 34 Gosalci)
Tore
1:0 Spitzert (3.), 1:1 Husic (25.), 1:2 Leone (30.), 2:2 Maurer (48.), 3:2 Maurer (52.), 4:2 Nikolic (72.)
Gelbe Karten
Noller, Maurer – Fiedler, Wach, Althaus
Zuschauer
740 im Schwabenstadion
Schiedsrichter
Jonas Krzyzanowski (Neuburg a.d.Donau); Assistenten: Valentin Striebich (Thuisbrunn), Sascha Thiemann (Kleinschwarzenlohe)




